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Ein Rundgang durch die Nibelungenstadt Worms



Text/Fotos: Redaktion FA-Navigator

Welches ist die älteste Stadt Deutschlands? Um diesen Titel streitet sich Worms mit Köln und Trier. Gesicherte Erkenntnisse darüber, wer den Titel davonträgt, gibt es nicht. Denn es ist schwierig, eindeutig nachzuweisen, zu welchem Zeitpunkt genau aus einer Ansiedlung tatsächlich eine echte Stadt mit eigener Verwaltung geworden ist. Sicher ist jedoch, dass schon lange, bevor die Römer im 3./4. Jahrhundert das Kastell Civitas Vangionum (benannt nach dem dort ansässigen Stamm) errichteten, schon Kelten im Wormser Stadtgebiet siedelten. Und sicher ist auch, dass davor schon seit etwa 5000 v. Chr. Menschen dort am Rhein lebten (im Stadtmuseum im Andreasstift kann man sich ein Bild von der Siedlungsgeschichte machen).

Und weil Worms so alt ist, ist die Geschichte auf Streifzügen durch die Stadt auch allgegenwärtig. Seit dem 6./7. Jahrhundert heißt die gut 80.000 Einwohner große Stadt Worms (nach dem römischen "Wormatia"). Kaiser Karl der Große wählte Worms im 9. Jahrhundert als Wintersitz. Ihre Blütezeit hatte Worms aber sicher im 11. und 12. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen auch die bedeutendsten Bauwerke wie der Dom St. Peter.

Viele Reichstage fanden in Worms statt und einige davon hatten historisch weitreichende Bedeutung. 1076 etwa erklärte Heinrich IV Papst Gregor VII als abgesetzt und wurde dafür mit dem Kirchenbann belegt, der schließlich mit dem berühmten Gang nach Canossa endete. Auf dem Reichstag 1521 verteidigte Luther gegenüber Kaiser Karl V seine Überzeugungen gegen das Ablasswesen der Kirche und wurde dafür mit der Reichsacht bedacht. Auch dieser bedeutende Meilenstein der Reformbewegung prägt die Geschichte der Stadt wie das Lutherdenkmal belegt.

Neben dem Historischen hat Worms jedoch auch etwas Sagenhaftes zu bieten, denn die Stadt ist der wichtigste Schauplatz des berühmten Nibelungenliedes. Und so pflegt Worms sein Erbe als Nibelungenstadt mit dem Nibelungenmuseum oder den weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Nibelungenfestspiele, die in jedem Sommer vor dem Dom stattfinden.

Bei so vielen geschichtsträchtigen Bezügen stößt ein Streifzug durch die Stadt zwangsläufig auch immer auf die Zeugnisse der Vergangenheit, doch ist es gerade das harmonische Nebeneinander von Geschichte und Gegenwart, das die Stadt am Rhein zu einem beliebten Ausflugsziel macht. Und dazu gehören eben nicht nur altehrwürdige Bauwerke und Denkmäler sondern auch die liebevoll angelegten Grünanlagen, Parkanlagen, die schönen Plätze und nicht zuletzt gemütliche Cafés und lauschige Biergärten.

Schlagwörter: Fotos und Bilder von Worms, virtueller Stadtrundgang, Sehenswürdigkeiten, Denkmäler, Cafés und Biergärten in Worms, Nibelungen
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